Allgemeine Tipps zur Reiseplanung

Hallo zusammen!

Seid ihr wie ich ein echter Reisejunkie? Ihr möchtet eure Reisen selbst planen, wisst aber noch nicht so richtig, wo ihr anfangen sollt und woran man denken muss? Dann seid ihr hier auf jeden Fall richtig.



Seit Jahren gebe ich jeden Cent für meine Reisen aus. Manche halten mich deshalb für verrückt, andere beneiden mich. Für mich persönlich ist aber auch die Planung ein wichtiger Punkt.

Die meisten meiner Reisen plane ich komplett selbst; ohne Reiseunternehmen oder Reisebüro. Nur für ganz wenige Touren buche ich vorgefertigte Pakete (in der Regel, wenn ich denke, dass eine Durchführung auf eigene Faust in dem jeweiligen Land nicht sicher ist). Das Tolle beim Planen ist, dass man sich so schon über ein Jahr vor der Reise so mit seinem Ziel auseinander setzt, dass man das Gefühl bekommt, den Urlaub mehrfach zu erleben.


Ich erlebe meinen Urlaub immer 3 mal: Bei der Planung, während der aktuellen Reise und danach bei Erzählungen und dem Sichten der Bilder.


In diesem Beitrag werde ich euch kurz erklären, wie ich an eine Reiseplanung herangehe. Wenn ihr Fragen dazu habt, kommentiert den Beitrag gerne.


1. Reiseziel


Es dürfte wohl jedem klar sein: Keine Reiseplanung ohne ein Reiseziel. Klingt logisch, aber auch da gilt es Einiges zu beachten. Zum Beispiel ist der Reisezeitraum beim Festlegen eines Ziels sehr wichtig. Manche Länder kann man in einigen Monaten kaum bereisen. Ich persönlich habe inzwischen einen guten Überblick darüber, welche Reisezeit für welche Orte auf der Welt ideal sind. Wenn ihr das noch nicht wisst, würde ich euch dazu raten, einfach mal online zu recherchieren. Vielleicht hilft euch als Start auch ein Brainstorming darüber, welche Reiseziele für euch überhaupt interessant sind.

Mein Mann und ich haben und vor einiger Zeit jeder eine Liste erstellt. Wir gucken jetzt immer, welche Reiseziele auf beiden Zetteln stehen. So ist auf jeden Fall für jeden etwas dabei.



Ist das Ziel erst einmal festgelegt, kann ich mit der richtigen Planung starten. Kleiner Fun Fact: Ich habe bei der Reiseplanung komplett freie Hand. Mein Mann freut sich immer auf eine kurze Präsentation und die Überraschung im Urlaub. Das Einzige, worauf er achtet, ist das Reisebudget.


2. Budgetplanung und Schwerpunkte


Budget und Reiseziel sind oft sehr eng miteinander verknüpft. So werdet ihr Kanada beispielsweise nie für 1.500 Euro pro Person bekommen, denn selbst mit Angeboten sind die Flüge nicht günstig. In machen Ländern braucht man auch ein Visum, was meist nicht günstig ist. Das hat man selbst aber leider nicht in der Hand. Außerdem möchte man bei einem Reiseziel, das weiter weg ist, auch länger vor Ort bleiben.

Und genau da lässt sich Einiges sparen. Überlegt euch: Möchtet ihr komfortable Unterkünfte oder reichen Motels oder Hostels? Kauft ihr eurer Essen lieber im Supermarkt oder möchtet ihr jeden Tag in Restaurants gehen? Bewegt ihr euch zu Fuß, mit einem Mietwagen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit Fahrservice fort? Welche Ausflüge sind euch wirklich wichtig und kann man etwas davon sogar auf eigene Faust machen?

Egal wie, man muss gucken, dass sich der Reisestil dem Budget und euren Wünschen anpasst.

Ich spare zum Beispiel gerne beim Essen und bei den Unterkünften (oft habe ich aber trotzdem 1 oder 2 bessere Unterkünfte mit dabei), möchte aber vor Ort auch mal teurere Ausflüge machen.

Um einen Überblick über die Preise im jeweiligen Land zu haben, nutze ich einfach das Internet. Inzwischen kann man online alles finden. Um nicht immer wieder nachsehen zu müssen, nutze ich eine Tabelle dafür. Ich trage die erwarteten Kosten in den verschiedenen Kategorien ein und lasse berechnen, wie teuer die Reise in etwa wird. Bin ich über dem Budget, suche ich nach günstigeren Alternativen. Liege ich drunter... na ja, sagen wir es mal so, man findet immer noch mehr, wofür man im Urlaub Geld ausgeben kann.

Die Tabelle nutze ich dann von Beginn bis nach Ende der Reise. Wenn ein Posten fest gebucht wurde, trage ich das ein und kann dann die tatsächlichen Kosten ansehen. Ein Beispiel, wie so etwas aussehen kann, findet ihr hier:



Die Tabelle muss natürlich am Anfang auch gefüllt werden. Das kann manchmal eine ganz schön lange Liste werden.

Hier ein paar Punkte, die ihr nicht vergessen solltet: Flüge, Weg zu den Flügen, ggf. Mietwagen, Benzinpreise (geschätzt; wird nach einer genauen Routenplanung präziser), Übernachtungspreise (ich gucke immer online nach ungefähren Schätzungen), Essen, Trinken und natürlich eventuelle Ausflüge.

Am Anfang ist viel geschätzt und unpräzise. Da ich aber immer relativ schnell die ersten Punkte abarbeite, passiert auch der nächste Schritt fast zeitgleich.


3. Die Routenplanung


Erst jetzt kommt der wirklich wichtige und für mich spaßigste Teil der Reiseplanung: Ich gucke mir mögliche Routen an. Das ist bei Reisen, wo man im einen Hotel bleibt natürlich nicht ganz so spannend. In dem Fall kann man sich eigentlich nur mögliche Ausflüge ansehen, aber das könnte man auch vor Ort machen. Da diese Art von Urlaub bei uns eher die Ausnahme ist, weil ich etwas von der Welt sehen und außergewöhnliche Erlebnisse schaffen möchte, ist die Routenplanung für mich aber immer sehr komplex und dauert vergleichsweise lange. 5 Stunden kann das schon dauern, aber es lohnt sich.

Ich gucke mir mein Reiseziel über Maps genau an. Oft hat man im Vorfeld ja schon Orte, die man in dem Land auf jeden fall sehen möchte (aus irgendeinem Grund hat man sich ja schließlich dafür entschieden). Diese Orte markiere ich mir immer schon und weiß dadurch, dass ich dort auf jeden Fall hinmöchte.

Aber sind wir mal ehrlich: Niemand weiß alles über das Land und niemand weiß auf Anhieb, was alles sehenswert ist. Es heißt also, Informationen sammeln. Dabei kann man aber von vornherein filtern, wenn man seine Schwerpunkte kennt. Ich möchte zum Beispiel in die Natur und baue nur für meinen Mann auch mal eine Stadt ein. Heißt aber, ich gucke mir die Naturspektakel und Tierbeobachtungsmöglichkeiten an.

Dazu gucke ich mir Videos und Dokumentationen an, ich lese aber auch Reiseblogs und gucke mal in die Routen der Reiseunternehmen rein.

Ihr werdet merken, dass sich die Wunschliste schnell füllt und man sehr schnell viele Punkte auf der Karte markiert.

Das Ergebnis der Recherche ist eine volle Karte und viele Notizen, die ich mir nebenbei immer schon mache, um nicht mehrfach recherchieren zu müssen. Jetzt gilt es, die Punkte zu verbinden und zu überlegen, ob man so viel bei der angestrebten Reisedauer schafft ohne dass es in Stress endet. Denn das möchtet ihr sicher auf keinen Fall: Stress während der Reise. Es zerstört einem die schönste Aussicht am Grand Canyon, wenn man immer im Kopf hat, schnell weiter zu müssen. Also: Notfalls lieber etwas streichen und für das nächste Mal auf die Merkliste setzen.

So ging es mir beispielsweise bei der Planung zu unserer Rundreise durch den Westen der USA. Wir waren noch nie dort und es gab viele "klassische" Ziele, die wir unbedingt sehen wollten oder Ausflüge, die schon ewig auf der Bucket List standen. Im Endeffekt musste ich den Yellowstone Nationalpark streichen, weil er von unserer Route aus einfach zu weit nördlich lag und ich mindestens 3 weitere Tage hätte einrechnen müssen. Das war von dem Budget und der Reisezeit her kaum umzusetzen. Also musste ich mich schweren Herzens von dem Gebiet verabschieden und bin dann auf eine praktikable Route mit vielen Highlights gekommen.

Wir wollten in dem Fall eine Rundreise machen. Bei manchen Routen bietet sich das an und der Mietwagen ist so auch viel günstiger.

Bei anderen Routen, wie beispielsweise meiner Kanada-Route wäre eine Rundreise nur Zeitverschwendung, weshalb wir den Start- und Endpunkt an unterschiedlichen Orten haben.


Nun habt ihr schon eine komplette Route, bei der euch die Kilometer und die ungefähre Fahrzeit angezeigt werden kann. Aber Achtung: Je nachdem, wann ihr guckt, sind die Routen anders. Im Yosemite Nationalpark wird der Tioga Pass beispielsweise regelmäßig gesperrt, wenn das Wetter eine Durchfahrt nicht zulässt. Wenn ihr so etwas wisst, könnt ihr entweder beide Routen einmal durchgehen und euch abspeichern oder ihr lasst den Streckenabschnitt weg. Ich habe bei der USA Rundreise diesen Part einfach weggelassen und davor und danach die Route geplant. Im Endeffekt konnten wir dann die für uns kürzere Route über den Tioga Pass nehmen.




4. Feinplanung und eventuell erste Buchungen


Die Reise ist inzwischen schon sehr konkret, die Vorfreude da und man kann es kaum erwarten, endlich richtig loszulegen und alle Feinheiten zu planen.

Wenn es bei euch nicht so ist, lasst ab jetzt die Punkte einfach weg oder bucht nur das Nötigste. Einige lieben ja die Spontanität vor Ort.

Das ist nicht so meins. Ich möchte immer gerne genau wissen, wo ich übernachte und was ich unternehme. Vor allem bei den Übernachtungen ist es auch oft so, dass die Preise im Vorfeld günstiger sind. Das gilt vor allem für sehr touristische Gegenden.


Ich überlege mir dann immer den genauen Reisezeitraum mit Daten. Wenn man früh dran ist, gibt es eventuell noch keinen Flugplan, was die Sache erschwert. Ich verschaffe mir dann immer einen Überblick über die aktuellen Flugpläne und spekuliere darauf, dass die Airlines da wenig verändern.

Das ist manchmal riskant, wenn zum Beispiel ein Reiseziel immer nur samstags angeflogen wird. Es kann gut sein, dass der Tag auf Freitag oder Sonntag geändert wird. In dem Fall buche ich erst einmal nichts, erstelle mir aber schon einen präzisen Plan.

Sind die Flüge schon buchbar, vergleiche ich immer für ein paar Tage die Preise und buche die Flüge schonmal, wenn es ein Angebot gibt. Mit den Flügen steht dann schon das Grundgerüst und die Planung vor Ort kann Gestalt annehmen.


Ich gehe dann immer die verschiedenen Punkte anhand der Tage ab. Was muss nach der Landung gemacht werden? Einkaufen, irgendwo noch hinfahren oder in der Gegend erst einmal in ein Hotel? Steht die Entscheidung, gucke ich gleich nach möglichen Unterkünften und Preisen dafür. Ich schreibe das alles in eine Tabelle und gehe weiter voran. Dann kommen nach und nach die nächsten Tage. Konkrete Wanderungen oder Abläufe lasse ich oft noch weg. Mir ist an der Stelle das Grundgerüst, also die verschiedenen Tage inklusive Übernachtung wichtig. Oft geht das aber Hand in Hand. Um zum Beispiel zu entscheiden, wie viele Tage ich im Yosemite Nationalpark verbringen möchte, muss ich wenigstens einen groben Überblick über die Aktivitäten vor Ort haben. Dafür kann man in Reiseblocks ein bisschen lesen oder auch die offiziellen Seiten der Nationalparks zu Rate ziehen.

Da ich mir während dieses Planungsschrittes schon Übernachtungsmöglichkeiten heraussuche, füllt sich die Budgetplanung nebenbei. Manchmal suche ich auch verschiedene Preiskategorien an einem Ort aus und lasse meinen Mann dann entscheiden, welches Hotel gebucht wird.

Wenn ich die Preise der Unterkünfte, der Flüge und des Mietwagens genauer bestimmen kann, sage ich meinem Mann noch die Endsumme. Manchmal wird dann noch einmal nachgefeilt. Eine günstigere Unterkunft gesucht oder auch ein besseres Hotel. Und dann kann man auch schon buchen.

Ich versuche, immer auf kostenlose Stornierungsmöglichkeiten zu achten. Manchmal ist der Preis dann etwas höher, aber vor allem bei der aktuellen Lage ist es nicht verkehrt, kostenfrei stornieren zu können.

Wenn ich dann mal ein Hotel dabei habe, das das nicht anbietet, ich aber unbedingt da übernachten möchte, buche ich es oft trotzdem. Es sollte sich aber in Grenzen halten. Wenn zu viele Unterkünfte betroffen sind, ist das bei einer eventuellen Stornierung der Reise sehr ärgerlich.

Alle Buchungsbestätigungen werden an einem zentralen Ort gesammelt. Ein Unterordner im Mailaccount oder eine kleine Ordnermappe nutze ich meistens. So kann nichts verloren gehen und ich komme jederzeit an meine Unterlagen heran.



5. Auf die Details kommt es an


Nun darf man endlich genauer hinsehen und die Tage an sich planen. Ich liebe diesen Part, weil ich die Wanderungen und Ausflüge dann innerlich schon vor mir sehe. Einfach toll!

Ich nutze das Internet, um eventuelle Hindernisse oder Buchungszeiträume zu recherchieren. Manche Ausflugsziele müssen im Vorfeld gebucht werden, haben aber keinen langen Vorlauf. Ich trage mir die Termine, ab wann gebucht werden kann, dann immer schon ins Handy ein, um es nicht zu vergessen.

Das war vor allem beim Antelope Canyon oder auch Alcatraz hilfreich. Ich kenne einige, die zu spontan dran waren und dann entweder keinen Slot oder einen zu einer blöden Uhrzeit bekommen haben.

Durch diesen Schritt wird die Reise individualisiert. Möchte ich Natur Pur oder Freizeitparks? Möchte ich geführte Touren oder einfach meinen eigenen Weg finden? Hier kann ich die Reise perfekt auf mich zuschneiden.

Ich plane hier auch gerne eine Überraschung für meinen Mann mit ein, die ihn dann vor Ort umhaut.



6. Kurz vor der Reise


Auch wenn man den Glauben daran zwischenzeitlich verliert: Irgendwann steht die Reise kurz bevor. Etwa 2 Monate vor dem Start der Reise gehe ich noch einmal alles durch. Was muss im Vorfeld noch bezahlt werden? Habe ich an alle Buchungen gedacht? Gibt es vor Ort oder bei der Airline wichtige Änderungen und muss ich noch etwas anpassen?


Ich gehe einfach alles noch einmal durch und kann dann ganz entspannt der Reise entgegen fiebern!


7. Planungsabweichungen


Es ist endlich soweit: Die Reise hat begonnen und man schwebt im siebten Himmel.


Bis zum ersten Mal etwas nicht klappt. Ein Hotel ist nicht so, wie auf den Bildern; ein Ausflugsziel hat vorübergehend geschlossen; etwas dauert länger, als gedacht.

Egal, wie gut ihr eure Reise durchdacht hat, irgendetwas ändert sich immer.


Mein Tipp: Entspannt zurücklehnen. Es findet sich immer eine Lösung und wer weiß, manchmal entstehen die Schönsten Reiseerlebnisse durch Planungsabweichungen.


Bryce Canyon


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