USA Westen Roadtrip 2018


„Life is either a daring adventure or nothing at all!“

-Helen Keller


Was ist die eine Reise, die bei jedem Menschen auf der Bucket List zu finden ist?

Eine Reise in die USA. Genauer gesagt: Noch Hollywood und noch viel weiter!

Im Jahr 2018 sollte dieser Traum nach langer Planung stattfinden: Mike, Jenny und Philip.

Das Dreamteam auf großer Tour durch Amerika.

Gigantische Städte, Glamour, Wildnis - das alles erhofften wir uns.

Könnte dieser Roadtrip den Erwartungen standhalten?


Sonnenaufgang am Grand Canyon

„Adventure begins at the end of your comfort zone“

Berlin – Amsterdam – Los Angeles

13.09.2018





Unsere Reiseroute Teil 1


Unsere Reiseroute Teil 2





















Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Monatelang wurde geplant, eingekauft, wandern geübt (nicht, dass wir beim Grand Canyon zusammenbrechen) und über all die großartigen Dinge gesprochen, die wir auf unserer gemeinsamen Reise erleben würden. Dann war es endlich soweit und die Vorfreude wich der Nervosität: Mit dem Flugzeug mussten wir nach Amsterdam und dann umsteigen, um nach Los Angeles zu fliegen. Viele Stunden lagen vor uns. Wir alle waren erleichtert, als wir pünktlich in Amsterdam landeten.

Ich glaube, meine Freude war mit Abstand die Größte, denn ich saß auf dem ersten Flug zwischen Mike und Philip. Und da wir alle drei nicht gerade schmal waren, war die Sitzsituation, sagen wir mal, suboptimal. Dennoch kamen wir gut an und konnten auch pünktlich unseren Anschlussflug besteigen. Dort waren unsere Plätze deutlich komfortabler.

Aussicht während des Flugs

In den knapp 12 Stunden Flugzeit guckten wir einige Filme, die aktuell noch im Kino liefen und bekamen erstaunlicherweise viel und gutes Essen. Vollkommen satt landeten wir in Los Angeles (LAX) und stellten uns in eine lange Schlange, um den Security Check hinter uns zu bringen.

Aus New York waren Mike und ich so verwöhnt, dass wir gar nicht damit gerechnet hatten, so lange zu warten. Nach über 3 Stunden konnten wir endlich die Sicherheitsfragen beantworten und zum Kofferband gehen. Was für eine Tortur!

Zum Glück waren wir voller Vorfreude auf die kommenden Wochen, sodass uns die Wartezeit nicht die Laune vermiesen konnte. Sobald wir aus dem Flughafen raus waren, holten wir unser riesiges – und damit meine ich riesiges- Auto für die nächsten Wochen ab. Wir fuhren zu unserem ersten Motel. Ich hatte etwas ganz Günstiges gebucht – nur für eine Nacht – das aber gleichzeitig das Typische „California Feeling“ hervorrufen sollte. Ich war zufrieden.

Im Nachhinein haben die Jungs mir gesagt, dass das wohl wie eine zwielichtige Gegend wirkte und sie sich nicht wohl gefühlt haben. Upps. Habe ich nichts von mitbekommen. Meine Freude über den Beginn unserer Reise muss wohl zu groß gewesen sein.

Wir gingen an dem Tag noch einkaufen: Wasser, ungekühlte Lebensmittel, amerikanischen Süßkram. Was man halt so braucht.

Wir gingen früh starten. Der erste richtige Tag wartete schon auf uns!



„If you dream it, you can do it“ - Walt Disney

Los Angeles – Anaheim – Joshua Tree

14.09.2018


Wir wurden sehr früh wach, auch ohne Wecker. Das schien wohl am Jetlag zu liegen. Wir beschlossen, noch schnell nach Venice Beach zu fahren, bevor es los zum Disney Land ging.

Und so sahen wir alle zum ersten Mal den pazifischen Ozean. Oder viel mehr, wir hörten ihn. Die Wellen rauschten, es war stockdunkel.

Ich zog meine Schuhe aus und rannte zum Wasser. Beinahe bekam ich einen Herzinfarkt, als plötzlich ein Obdachloser aufstand, an dem ich gerade vorbeigerannt war. Schon fand ich es nicht mehr so wunderschön und frei, sondern vielmehr gruselig. Nachdem ich meine Füße schnell ins Wasser gehalten hatte, rannte ich zurück zu meinen beiden Begleitern. In Sicherheit.

Na ja. Zumindest vor den anderen Menschen. Denn die Beiden fanden meine Angst sehr erheiternd. Sie lachten lauthals und machten sich über mich lustig. Pah.

Na gut, ein bisschen witzig fand ich es ja auch.

Wir liefen noch ein bisschen umher. Sahen uns das legendäre Outdoor-Fitnessstudio an und sprachen darüber, wo wir essen würden, wenn wir in ein paar Wochen zurückkehren würden.


Nachts am Venice Beach

Und dann war es endlich soweit: Wir fuhren nach Anaheim. Ins Disneyland. Das Disneyland, das von Walt persönlich geplant wurde. Noch heute sollte mein persönlicher Kindheitstraum wahr werden.

Aber erst einmal hieß es warten. Warten, bis der Parkplatz öffnete. Wir standen fast eine Stunde in einer Schlange, bevor die Tore geöffnet wurden.

Und ich konnte einfach nicht anders: Als ich die verschiedenen Disneyfiguren sah, die die Parkdecks einteilten und das Schild „Park Disneyland“ sah, fing ich an zu weinen. An meinem ganzen Körper hatte sich Gänsehaut ausgebreitet und ich konnte einfach nicht glauben, dass das nun wirklich passierte.

Aber es war soweit. Nun ja, fast. Wir mussten nur noch etwa 1 Stunde vor den verschlossenen Toren auf die Öffnung des Parks warten. Yay. Wir hatten schon fast vergessen, wie sich warten anfühlte…


Zum Glück waren wir im Herbst da. Es gab viel Halloween-Dekoration zu entdecken. Die vielen Details halfen uns dabei, die Zeit totzuschlagen.


Pünktlich wurden die Tore geöffnet und wir starteten unsere magische Reise durch die Welt Walt Disneys.

Der Eingang aus meinen Träumen

Wir wollten im alten Park starten. Bei den Klassikern. Tarzans Baumhaus, Winnie Poohs Honig, das Disney-Schloss und viele Disney-Figuren warteten auf uns. Auch ein Spukhaus, das für Philip zu gruselig war, obwohl Kinder mit der Bahn fuhren, stand auf dem Programm. Wir haben uns nur ein bisschen darüber lustig gemacht, dass Philip sich nicht traute und genossen sonst die Zeit in vollen Zügen. Als wir mit den Klassikern durch waren, gingen wir in den neueren Park mit Themenachterbahnen und einem Foodcourt, der sich gewaschen hatte.

Man merkte in jedem Winkel die Liebe, die in die Parks gesteckt worden waren. Die Themen waren gut durchdacht und zogen sich durch. In jeder Ecke gab es Details zu sehen, die auf verschiedene Disneyfilme anspielten. Insgesamt ein beeindruckender Start in unser Amerika-Abenteuer!


Der Lageplan


Ein endloser Stau

Am Nachmittag fuhren wir dann weiter nach Joshua Tree, denn schon am nächsten Morgen sollten wir unseren ersten Nationalpark besuchen.

Auf dem Weg dahin standen wir lange im Stau, sodass wir pünktlich zum Sonnenuntergang ankamen.

Das Hotel lag nur 5 Minuten vom Eingang des Nationalparks entfernt und hatte sogar einen Pool, der aber leider von sehr merkwürdigen Personen besetzt war. Wir aßen noch eine Kleinigkeit, sahen uns um und gingen früh ins Bett.


Sonnenuntergang in Joshua Tree


„Stop worrying about the potholes in the road and celebrate the journey“ – Fitzhugh Mullan

Joshua Tree Nationalpark – Route 66 - Seligman

15.09.2018


Palmen bei Johsua Tree

Auch am zweiten richtigen Tag unserer Reise quälte ich die Jungs schon zum Sonnenaufgang aus dem Bett. Wir wollten direkt morgens in den Joshua Tree National Park. Da es sich dabei um eine Wüste handelt, ist ein früher Start von Vorteil.

Wir frühstückten und machten uns auf den Weg. Da noch niemand da war, konnten wir auch noch nicht unser Ticket kaufen. Wir fuhren in den Park und konnten schon bald die ersten Joshua Trees erkennen. Dafür ist der Park zwar berühmt, aber wir waren faszinierter von den Kakteen und den Felsformationen.

Eigentlich wollten wir direkt mit dem Hidden Valley Trail beginnen, aber auf dem Weg dorthin sahen wir den Cholla Cactus Garden. Eine Mini-Wanderung durch viele Kakteen, die uns direkt in ihren Bann zog. Wir beschlossen also, dort Halt zu machen und die Halbstündige und zum Glück gut ausgeschilderte Wanderung anzugehen.


Auf der Wanderung sahen wir auch die ersten einheimischen Tiere und obwohl es keine außergewöhnlichen Sichtungen waren, freuten wir (und vor allem ich) uns riesig darüber.

Nach der kurzen Zeit wurde es langsam schon deutlich wärmer im Park, weshalb wir direkt weiter zum Hidden Valley Campground fuhren. Von dort aus kann man super den Hidden Valley Nature Trail starten, der mit 1 Meile eigentlich ein sehr kurzer Wanderweg ist. Dennoch hatte ich relativ viel Zeit dafür eingeplant. Eigentlich, weil ich davon ausgegangen bin, dass wir uns verlaufen.

Die Zeit haben wir tatsächlich gebraucht. Schon als wir beim Campingplatz ankamen, sahen wir die vielen Felsen, die uns zum Klettern quasi aufforderten. Wir sind dennoch erst ein Stück gelaufen, denn in den Zelten haben einige Touristen noch geschlafen.

Doch das Klettern ließen wir uns nicht nehmen. Wir sind bestimmt 2 Stunden abseits des Wanderweges einfach nur auf den Steinen geklettert und haben die verschiedenen Blickwinkel genossen! Manchmal war es echt brenzlig. Man musste sehr genau aufpassen, wo man hintritt.


Kaktus in Joshua Tree

Um noch vor den Menschenmassen das Hidden Valley zu erkunden, liefen wir schließlich doch noch los. Zwischendurch waren wir echt unsicher, ob wir den richtigen Weg liefen, doch immer wieder begegneten wir anderen Wanderern, die auch auf der Suche nach dem Hidden Valley waren.

Schließlich fanden wir es. Sehr unspektakulär. Wir hielten uns nicht lange auf und liefen weiter. Zurück zum Auto, um uns auf den Weg zum nächsten Ort zu machen.

Wenn man zum ersten Mal im Jashua Tree National Park ist, gibt es einen Ort, der Pflicht ist: Keys View. Ein Aussichtspunt, von dem man bei gutem Wetter sogar bis nach Mexiko gucken kann.

Auf dem Weg dahin wechselten wir dann auch mal die Fahrer. Ich hasse Auto fahren, wollte mit der Protzkarre, aber auch mal eine Runde drehen. Was eignet sich da besser, als eine Straße in der Wüste, wo weit und breit kein anderes Auto fährt?

Beim Aussichtspunkt angekommen, verschlug es uns direkt die Sprache: Der erste Aussichtspunkt auf unserer Reise und dann noch mit perfektem Wetter und komplett für uns alleine. Ein Traum.


Das war auch schon der letzte Ort, den wir uns im Joshua Tree Park unbedingt ansehen wollten. Auf dem Weg aus dem Park heraus hielten wir noch Ausschau nach dem Skull Rock, den man von der Straße aus sehen kann. Wir fanden ihn problemlos und hielten an. Es war der einzige Ort im Park, der ziemlich stark besucht war.

Wir fuhren weiter in Richtung Grand Canyon. Da die Jungs immer davon geträumt hatten, hatte ich uns im Vorfeld ein Motel auf der Route 66 mit Themenzimmer gebucht. Es war schon dunkel, als wir ankamen, aber dennoch kam das Bikerfeeling rüber. Besonders in der Moteleigenen Bar, die wir natürlich noch kurz besuchten. Lange blieben wir aber nicht wach. Wir freuten uns alle schon viel zu sehr auf den berühmten Grand Canyon.


Klettermöglichkeiten im Joshua Tree Nationalpark


„There will never be a photograph of the Grand Canyon that can adequately describe its depth, breadth, and true beauty.”

– Stefanie Payne

Seligman – Grand Canyon

16.09.2018


Lange schlafen gab es für uns auf dieser Reise vorerst nicht. Wir wussten nicht, ob wir noch einmal die Chance bekommen würden, hierher zu reisen, also wollten wir alles herausholen, was möglich war.

Schon vor Sonnenaufgang checkten wir aus und fuhren in Richtung Grand Canyon. Diesmal hatten wir uns eine Unterkunft direkt im Park gegönnt. Teuer, aber man war direkt in der Nähe des Canyons. Da ich nachts die Sterne fotografieren wollte, war das eine gute Lösung. Gespart haben wir, indem wir ein Zimmer ohne Klimaanlage gebucht haben. Ein böser Fehler, wie sich herausstellte.

Einchecken konnten wir erst ab 15 Uhr, aber wir konnten schon den Parkplatz beim Hotel nutzen. Wir lagerten unsere Koffer im Gepäckraum des Hotels und nahmen den Shuttle.

Da waren wir: Am Grand Canyon. Eines der größten Naturwunder der Erde. Ein Ort, von dem wohl jeder einmal träumt und wir konnten ihn tatsächlich sehen. Der erste Anblick war überwältigend, nicht in Worte zu fassen.Wir hatten alle Gänsehaut, ich hatte Tränen in den Augen. Es ist unglaublich, was unsere Erde hervorbringen kann.

Aussicht Grand Canyon

Da es noch recht früh war, war der erste Aussichtspunkt noch nicht so überlaufen und wir konnten in Ruhe alle möglichen Blickwinkel bewundern.


Meiner Meinung nach sind die Jungs viel zu nah an den Abgrund gegangen, aber zum Glück ist nichts passiert.

Weiter ging es. Wir liefen eine ganze Weile an dem asphaltierten Wanderweg am Canyon entlang, bis wir schließlich den Bright Angel Trailhead erreichten.


Der Plan war, den Wanderweg bis zum three Mile Resthouse (nach 5 Km) zu folgen und dann wieder hinaufzusteigen. Das hatten wir eindeutig unterschätzt. Es war heiß, steil und voll. Zwar hatte man immer wieder neue Blickwinkel über den Canyon, aber wir wussten auch relativ schnell, dass der Aufstieg alles andere als einfach werden würde. Wir liefen nur bis zum Mile-and-a-half Resthouse, da wir es sonst niemals wieder zurück geschafft hätten.


Der Weg nach Oben war unglaublich anstrengend. Wir mussten mehrere Pausen machen. Durchatmen und trinken. Zum Glück hatten wir genug zu trinken bei. Und dennoch schafften wir den beschwerlichen Weg und kamen wieder oben an.

Doch erst dann kam das Highlight des Tages: Wir wollten mit dem Shuttle zurückfahren, weil wir einfach zu müde waren. Als wir oben ankamen, kam direkt ein Bus (der kommt übrigens alle 10 Minuten). Wir guckten uns an und entschieden, dass wir genau diesen Bus noch bekommen wollten.

Alle drei rannten los. Philip und ich liefen um eine kleine Mauer und eine Rampe hoch zum Bus. Wir kamen an, standen im Durchgang und drehten uns nach Mike um. Er war nicht zu sehen. Plötzlich wurde ein Rucksack auf die Mauer geschmissen. Kurz darauf konnten wir sehen, wie Mike sich mit seiner letzten Energie an der Mauer hochzog, ein Bein auf unsere Seite setze und sich mehr oder weniger elegant über die Mauer robbte. Es war ein unglaublicher Moment, der sich wohl für immer in das Gedächtnis von Philip und mir eingebrannt hat. Wir weinten vor Lachen. Als wir schließlich alle im Bus waren und losfuhren, sagte der Busfahrer: „There are 3 reasons you die in Grand Canyon National Park. Number 1: You fall down, cause you were stupid and got too close. Number 2: A squirrel attacks you. And number 3: You try to catch the shuttle and break your neck. We almost witnessed number 3 today.“ Der ganze Bus lachte.

Ich weiß nicht, ob der Moment für Mike so witzig war, aber alle Anderen hatten auf alle Fälle eine Menge Spaß.

Als wir zurück waren, checkten wir erst einmal kurz ins Hotel ein, gingen etwas essen und machten uns dann wieder auf den Weg zum Canyon. Wir hatten uns vorgenommen, Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zu sehen.

Pünktlich zum Sonnenuntergang konnten wir den Blick über den Grand Canyon schweifen lassen.

Grand Canyon Nationalpark

Im Hotel hatten wir dann tierischen Besuch. Mehrere Rehe und ein Hirsch standen direkt vor unserem Eingang.

Wir legten uns noch kurz hin, bevor Mike und ich noch einmal nachts in die Dunkelheit gingen. Es war stockdunkel, aber ich wollte unbedingt zum ersten Mal einen Sternenhimmel fotografieren. Wir waren mitten in der Nacht noch einmal für eine Stunde am Grand Canyon, bevor wir dann müde ins Bett fielen.


Nachts am Grand Canyon

„Those who dwell among the beauties and mysteries of he Earth are never alone or weary of life.“

– Rachel Carson

Grand Canyon – Page - Hatch

17.09.2018



Sonnenaufgang am Grand Canyon

Am nächsten Morgen war es dann soweit: Wir waren so müde, dass wir wirklich nicht aufstehen wollten. Aber wir hatten keine Wahl: Vor Sonnenaufgang wollten wir auf der anderen Seite des Nationalparks sein, um einen tollen Sonnenaufgang zu erleben.

Also checkten wir früh aus und fuhren etwa eine halbe Stunde schweigend durch den Grand Canyon National Park. Als wir an dem Spot ankamen, den ich im Vorfeld ausgesucht hatte, waren wir zwar nicht die ersten Touristen, aber es war trotzdem kaum besucht. Wir waren am Mather Point und warteten gespannt auf die ersten Sonnenstrahlen des Tages.

Es war einer der schönsten Sonnenaufgänge meines Lebens. Einfach ein Traum. Wir blieben lange, auch wenn der Canyon sich nicht veränderte.

Wir wollten diesen Moment, die Atmosphäre einfach in uns aufsaugen.


Als die Sonne oben am Himmel stand, fuhren wir weiter. Wir wollten noch am Vormittag zum Horsehoe Bend in Page, damit die Sonne nicht zu hoch am Himmel steht.

Bei der Ausfahrt fanden wir zum Glück noch das Grand Canyon National Park Schild und konnte ein Foto machen. Sonst hätte auch echt was gefehlt.


Bei meiner Recherche hatte ich gelesen, man müsse vom Parkplatz aus kaum laufen, um zum Horsehoe Bend anzukommen. Es wäre quasi nur 2 Minuten vom Parkplatz entfernt.

Eine eiskalte Lüge!

Es war fast 40 Grad und wir liefen (gemeinsam mit Unmengen an Touristen) sicher 15 Minuten Bergauf und Bergab, bis wir schließlich mit einer unglaublich coolen Aussicht belohnt wurden.

Das Horsehoe Bend hatte die Aufmerksamkeit auf jeden Fall verdient, auch wenn wir schon zu spät dran waren, um schattenfreie Bilder von dem Fluss zu machen.

Horsehoe Bend

Ich hatte unglaubliche Angst vor dem Abgrund. Wenn ich weiter nach Vorne wollte, machte ich das kriechend. Die Jungs waren da mutiger oder sollte ich besser lebensmüde sagen? Ich hatte in jedem Fall richtig Angst um die Beiden.

Es wurde immer heißer. Kaum zu glauben, dass September war. Wir waren glücklich, wieder im klimatisierten Auto zu sitzen. Mittags hatten wir eine Tour im Antelope Canyon gebucht (zur Prime Time, weil die Sonne da das schönste Licht macht). Vorher fuhren wir noch in einen Supermarkt.

Beim Aussteigen hatten wir 45 Grad im Schatten. Das Problem war nur: Nirgendwo war Schatten zu finden. Man hatte sofort das Gefühl, zu verbrennen. Schnell retteten wir uns ins Einkaufzentrum, füllten unsere Vorräte auf und machten uns dann auf den Weg zum Treffpunkt für die Tour.

Dort mussten wir zwar noch eine halbe Stunde warten, vertrieben uns die Zeit aber in einem kleinen, stammesbetriebenen Laden, indem überwiegend von Ureinwohnern handgefertigte Souvenirs verkauft wurden.

Ich kaufte einen Traumfänger und einen Magneten. Das musste einfach sein. Auch wenn mir noch nicht klar war, wie sehr mich der Antelope Canyon verzaubern wurde.

Beinahe pünktlich ging es dann im offenen Jeep Richtung Upper Antelope Canyon. Die Fahrt war turbulent und man musste sich wirklich doll festhalten.

Unser Guide war eine nette Frau, die uns auf dem Hinweg schon einiges über den Indianerstamm und die Eigenschaften des Canyons informierte. Der Canyon wurde über Jahrhunderte durch Fluten geformt. Daher kommen die schönen Rillen in den Wänden. Mehr ist leider nicht hängen geblieben.

Na ja, ein Grund mehr, noch einmal zum Antelope Canyon zurückzukehren…


Im Canyon hatten wir wirklich großes Glück. Unser Guide achtete immer darauf, dass wir Bilder ohne Menschen aufnehmen konnten. Außerdem zeigte sie uns Motive, wie beispielsweise Herzen oder Augen, die wir selbst niemals entdeckt hätten.

Die Farben und Formen waren unglaublich. Alles wirkte eher wie ein Kunstwerk. Dass das natürlich entstanden war, war kaum zu glauben.

Wir genossen die Tour in vollen Zügen und wären am liebsten noch länger geblieben.


Nach einem kleinen Essen bei Subway fuhren wir weiter nach Hatch. Im Motel „Hatch Station Bryce Canyon“ wollten wir gleich 2 Nächte bleiben, um von dort aus Bryce Canyon und Zion zu erkunden. Wir aßen viel zu fettig im Hotel und gingen wieder relativ früh ins Bett.


„Life is either a daring adventure or nothing.“

– Helen Keller

Hatch – Bryce Canyon - Hatch

18.09.2018


Der nächste Tag startete nicht ganz so früh. Wir mussten einfach mal etwas länger schlafen. Das bedeutete, dass wir erst so um 7 Uhr aufstanden, um uns für den Tag fertig zu machen.

Ob es an dem fettigen Essen oder einer Erkältung lag, die ich mir im Hotel im Grand Canyon zugezogen hatte (denn wir hatten ja auf die Klimaanlage verzichtet und stattdessen durchgehend einen Propeller laufen lassen – BÖSER FEHLER) wusste ich nicht, aber ich fühlte mich erst einmal überhaupt nicht gut. Ich hatte Bauch-, Hals- und Gliederschmerzen und wäre am liebsten den ganzen Tag im Bett geblieben. Das kam natürlich nicht in Frage.

Also fuhren wir zum Bryce Canyon und hofften, noch einen der begehrten Parkplätze an den Aussichtspunkten und Trailheads zu ergattern.

Und tatsächlich konnten wir noch am Sunset Point parken. Es war einer der letzten möglichen Parkplätze. Wir stiegen aus und genossen erst einmal den überwältigenden Anblick. Die verschiedenen Gelb- und Orangetöne zogen uns in ihren Bann. Ich persönlich hatte es mir aber eindrucksvoller vorgestellt und war ein bisschen enttäuscht. Das kann aber auch daran gelegen haben, dass es mir an dem Morgen nicht so gut ging.

Ausblick Bryce Canyon

Nach einer Weile starteten wir den Navajo Loop Trail. Eine relativ einfache und vor allem sehr populäre Wanderung. Eher der Standard. Da wir aber zum ersten Mal am Bryce Canyon waren, konnten wir sie uns nicht entgehen lassen. Die Wanderung geht startete direkt mit der Wall Street. Es geht hinab und links und rechts ragen riesige Felsmauern empor. An manchen Stellen konnte man oben nicht einmal das Ende der Felsen erkennen. Dann steht man plötzlich vor einem Baum, mitten im Nirgendwo. Der war ein beliebtes Fotoobjekt und quasi nie unbesucht.

Erst wenn man die Wall Street wieder verlässt, wird einem klar, wie steil es bergab ging. Denn jetzt läuft man in einem idyllischen Tal am Fuße des Canyons entlang und hat die Perspektive komplett umgedreht. Die legendären „Two Bridges“ haben wir irgendwie verpasst, wahrscheinlich waren wir von allem anderen um uns herum zu sehr abgelenkt.

Nun startete der anstrengende Teil der Wanderung: Wenn man hinabsteigt, muss man irgendwann wieder herauf. Und es ging hinauf. Die Serpentinen zogen sich und zwischendurch kam es einem nicht wie eine nette „familienfreundliche Wanderung“ vor. Inzwischen war es heiß und ich merkte immernoch, dass ich irgendwie schwächer war, als sonst. Aber es musste ja weitergehen. Wir kamen an Thors Hammer vorbei, den wir auch tatsächlich wahrnahmen und liefen weiter hoch. Kurz vor dem Ende der Strecke holte ich noch einmal alles aus mir heraus und rannte die letzten Meter bergauf zum Sunset Point zurück. Geschafft!

Wall Street Bryce Canyon

Natürlich waren wir auch noch an den anderen populären Aussichtspunkten, wie dem Sunrise Point und dem Bryce Point, aber insgesamt war es ein eher ruhiger Tag.

Schon am frühen Nachmittag verließen wir den Nationalpark wieder und ruhten uns im Hotel etwas aus, bevor wir uns auf die Suche nach einem Restaurant machten, wo das Essen besser ist, als in unserer Unterkunft.

In einem netten Diner aßen wir schließlich und unterhielten uns lange mit dem Besitzer, der (natürlich) Verwandte irgendwo in Deutschland hat. Wie alle Amerikaner :)


„Today is your day! Your mountain is waiting, so get on your way!“

– Dr. Seuss

Hatch – Zion - Mesquite

19.09.2018



Nebel im Zion Nationalpark

Der nächste Morgen startete ganz besonders früh, denn ich hatte eine ganz besondere Wanderung im Zion National Park geplant. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, wenigstens einen Teil der berühmten Narrows Wanderung zu machen. Für die komplette Wanderung hin und zurück braucht man 2 Tage. Vielleicht machen wir das irgendwann noch einmal, denn diese Wanderung ist wahrscheinlich die Schönste, die wir jemals unternommen haben.

Als der Wecker um 4 Uhr klingelte, wussten die Jungs noch nicht, was sie erwartete. Wir frühstückten, machten uns fertig und fuhren zum Parkplatz des Zion National Parks. Um die Natur zu schützen, darf man innerhalb des Parks sein Auto nicht benutzen und muss den kostenlosen Shuttlebus nehmen. Wir waren pünktlich zum ersten Bus des Tages an der Haltestelle. Mit uns waren noch 5 weitere, einzelne Wanderer bereits da, um in den Tag zu starten.

Bei meiner Recherche im Vorfeld fand ich heraus, dass die Narrows oft stark besucht sind und dass das gewaltige Naturschauspiel in den Schatten stellt. Also wollte ich als Erstes da sein. Einsamkeit mitten in der Natur. So habe ich mir das vorgestellt.

Und so kam es dann auch. Mit uns stiegen nur 2 weitere Leute an der Haltestelle aus. Der Rest war schon beim Angels Landing Trailhead ausgestiegen. Auch eine sehr populäre und sicherlich beeindruckende Wanderung, die ich hoffenlich irgendwann noch einmal machen kann.

Wir stiegen aus, langsam dämmerte es und wir liefen die etwa 20 Minuten hinunter zum „Einstieg“ in die Narrows. Vor Ort hatten viele Wanderer ihre Wanderstöcke zurückgelassen. Jeder von uns nahm sich dankbar einen der Stöcke und so machten wir einen ersten, vorsichtigen Schritt ins Wasser. Es war glitschig, aber anfänglich nicht sehr tief. Auch die Strömung war nicht so stark und wir fragten uns schon, wofür wir die Stöcke nutzen sollten.

So liefen wir eine Weile in unserer Dreiergruppe. Alleine mit den Geräuschen der

Start der Narrows

Strömung und umgeben von Felswänden, die endlos zu sein schienen. Wir schwiegen einen Großteil der ersten Stunde. Wahrscheinlich, weil jeder von uns so überwältigt war. Ich hatte das Gefühl, die Zeit würde stillstehen und als wären alle Sorgen wie weggeblasen. Dieser Ort hatte definitiv etwas Magisches.


Im Laufe der Wanderung waren wir schließlich doch noch dankbar, die Stöcke behalten zu haben. Wir mussten uns teilweise gegenseitig helfen, um Stromschnellen zu überwinden und voranzukommen. Irgendwann waren wir bis zur Hüfte im Wasser. Schön, dass unsere Schuhe wasserdicht waren, aber wenn man so tief im Wasser steht, bringt auch das nichts mehr.

Dennoch genossen wir jeden Augenblick. Nach mehreren Stunden beschlossen wir dann, den Rückweg einzuschlagen. Das Ankämpfen gegen die Strömung war anstrengend und wir wussten, dass der Rückweg vermutlich länger dauern würde. Wir begegneten immer mehr Wanderern. Einer Frau halfen wir, eine üble Stromschnelle zu überwinden, die sie alleine nicht schaffte. Es wurde voller und voller und Mike und Philip bedankten sich bei mir, dass wir so früh losgelaufen waren.

Narrows Zion Nationalpark

Vollkommen fertig kamen wir schließlich zur Mittagszeit, nach insgesamt 5 Stunden Wanderung im Fluss, wieder am Startpunkt an. Mike fuhr direkt zum Auto zurück und wartete da auf Philip und mich. Wir wollten uns noch den Wasserfall ansehen, hinter dem man auf einem Felsvorsprung langgehen konnte. Da hatten wir allerdings Pech, denn durch den trockenen Sommer war von dem Wasserfall nur ein einzelner Strahl übrig geblieben. Nicht besonders beeindruckend.

Also ging es ab zurück. Unsere Wandersachen waren klamm und wir befürchteten, uns Blasen zu laufen, was Mike leider auch passierte. Wir verabschiedeten uns nach dieser spektakulären Wanderung vom Zion National Park und machten uns auf den Weg zu unserer Unterkunft. Das günstigste Hotel auf unserer Reise, auf halben Weg nach Las Vegas.

Das Hotel lag in dem Ort Mesquite. Wir wurden freundlich empfangen und zu unserem Zimmer begleitet. Das Zimmer war modern und sauber und wir beschlossen schnell, uns auch den Rest des Hotels anzusehen. Schließlich blieben wir am Pool und genossen die Zeit. Wir waren ganz alleine, die Sonne schien und wir ließen einfach die Seele baumeln. Ein toller Ort zum Relaxen und ich war dankbar, dass ich Las Vegas auf den nächsten Tag geschoben hatte.

Abends gingen wir noch in der Stadt in einem Steakhaus essen. Ein rundum perfekter Tag!



„Las Vegas is the boiling pot of entertainment.“

– Don Rickles

Mesquite – Las Vegas

20.09.2018


Am nächsten Morgen spürte ich, dass ein großer Traum von Mike und Philip realisiert werden würde: Die Jungs waren aufgeregt und ständig fiel die Floskel „Vegas, baby!“ Ich war da anders gestimmt. Die Natur ist für mich das Größte und ich ahnte schon, dass die Stadt der Superlative mich überanstrengen würde. Aber auf eines freute auch ich mich: Unser Hotelzimmer. Mike und ich hatten uns eine Suite mit Whirlpool im Hotel New York New York gebucht. Preislich vollkommen okay und ich als großer Badefan musste einfach mit Blick auf den Strip im Whirlpool liegen.

Wir fuhren los und erreichten schon bald das weltberühmte „Welcome to Las Vegas“ Schild. Zuerst checkten wir aber ein und hingen unsere Sachen zum Trocknen auf. Ich liebte das Zimmer weit oben und konnte es nicht erwarten, wieder dorthin zurückzukehren.


Aber zuerst wollten wir ein bisschen etwas erkunden: Wir kamen am Harley Davidson Laden vorbei und mussten einfach reingehen, uns die teuren Maschinen ansehen und Fotos machen. Dann ging es ab zum Eingangsschild, das natürlich viel zu voll war. Aber wir hatten immerhin das Glück, eine echte Las-Vegas-Elvis-Hochzeit mitzuerleben. Und das ohne es selbst danach bereuen zu müssen :)

Eigentlich wären wir an diesem Nachmittag mit dem Hubschrauber über Las Vegas geflogen, aber das wurde leider kurzfristig abgesagt, da Präsident Donald Trump sich angekündigt hatte und der Luftraum gesperrt war. Also liefen wir den kompletten Strip entlang, gingen in einem außergewöhnlich, aber cool dekorierten Laden etwas essen, sahen den berühmten Vulkanausbruch und mehrfach die Wasserfontänen. Außerdem blieb noch Zeit zum Zocken im Hotel. Ich war nur kurz am einarmigen Banditen und verzog mich dann zu meinem Whirlpool. Die Jungs blieben noch unten und spielten Poker, glaube ich, oder war es Roulette? Jedenfalls wurde das Casino genutzt, bevor auch die Beiden schlafen gingen.

Wassershow in Las Vegas


„Everything and anything you want to do, you can do it in Las Vegas.“

– Drew Carey

Las Vegas

21.09.2018


Da der Hubschrauberflug das Geburtstagsgeschenk zum 30. Für Philip war, suchten wir nach einem alternativen Erlebnis in Las Vegas, was wir ihm schenken konnten. Es gab viele Optionen, denn man kann wirklich alles in Las Vegas erleben, aber wir mussten ja auch etwas Passendes finden.

Wir entschieden uns für das Marvel Museum. Ein Volltreffer, wie sich herausstellte. Es war zwar relativ teuer, aber man hatte viele Gelegenheiten, etwas auszuprobieren und aktiv mitzumachen. Wir waren relativ früh da, weshalb nicht viele andere Besucher da waren. Wir hatten jede Menge Spaß dabei.

Danach hörte der Spaß für mich persönlich aber auf. Es war mir alles zu viel. Aus jedem

Mirage Hotel Las Vegas

Hotel hört man andere Musik, überall sind Menschen, es passiert viel zu viel auf einmal. Ich konnte das nicht mehr ertragen und wollte nur noch Ruhe haben. Das habe ich die Jungs leider auch spüren lassen. Entschuldigung noch einmal an dieser Stelle.

Die Stadt war zu viel für mich. Ich wollte nur noch zurück ins Hotel und die Geräusche abschalten. Dafür mussten wir aber wieder über den ganzen Strip zurück. Schrecklich.

Den Jungs hat es trotzdem gefallen, sie haben die Stadt genossen und wären auch länger geblieben. Ich persönlich sehnte mich schon mittags nach unserer Abfahrt am nächsten Morgen.

So habe ich mich also am Nachmittag entspannt, während Mike und Philip die Casinos unsicher machten. Ich war im Whirlpool, machte Mittagschlaf und genoss es, endlich mal wieder alleine zu sein.

Abends gingen wir dann typisch amerikanisch bei einem Fast Food Laden Burger und Pommes essen, bevor wir uns auf den Weg ins Luxor Hotel machten, wo wir uns eine Zaubershow von Criss Angel ansehen wollten. Vor Ort kundschafteten wir noch das dortige Casino aus. Als die Show dann begann, bereute ich sehr schnell, dass ich nicht länger darauf bestanden hatte, zu Celine Dion zu gehen. Gleich zu Beginn war ein The-Grudge-ähnliches Mädchen auf der Bühne, das weggezaubert wurde und plötzlich vor dem Gesicht eines Besuchers wieder auftauchte. Ich hatte solche Angst davor, dass mir das auch passieren würde. Also weinte ich. Die ganze Show über konnte ich mich vor Angst nicht entspannen. Die Zaubershow an sich war auch nicht so gut gemacht, sagt zumindest Mike, der sich den Künstler aufgrund seiner Videos ausgesucht hatte. Aber okay. Wir hatten eine Show in Las Vegas gesehen. Ein Haken auf der Bucket List.

Danach ging es schnell ins Bett, weil wir am nächsten Morgen sehr früh losfahren wollten. Es ging in die Wüste und wir wollten der Mittagshitze um jeden Preis entgehen.



„For my part, I travel not to go anywhere, but to go. Travel for travel`s sake. The great affair is to move.“

– Robert Louis Stevenson

Las Vegas – Death Valley – Olancha – Irgendwo im Nirgendwo

22.09.2018


Fast noch mitten in der Nacht fuhren wir los. Im Hotel und in Las Vegas merkte man davon nichts, denn die Feiernden vom Vortag waren noch im Casino und auf den Straßen unterwegs.

Sobald wir die Stadt verließen, wurde alles um uns herum dunkel und still. Ein schönes Gefühl.

Wir fuhren Richtung Death Valley und machten unterwegs Witze über Aliens und Co. Tatsächlich kamen wir ungeplant auch an einer Tankstelle der Area 51 vorbei. Es war noch dunkel, aber zum Glück schon geöffnet. Ein cooler Boxenstop.


Nach einer kurzen Pause ging es weiter zu einem der heißesten und niedrigsten Orte der Welt: Dem Death Valley Nationalpark. Wir erreichten ihn pünktlich zu Sonnenaufgang (ich bin ja so gut im Planen ;) ) und wir merkten schnell, dass es ein sehr heißer Tag werden würde. Die 30 Grad Marke war schon sehr früh erreicht. Zuerst wollten wir eine kleine Wanderung auf dem Badwater Basin machen, denn dort würde sich die Hitze besonders schlimm anfühlen. Warum jemand freiwillig mehrere Stunden in der Wüste wandern geht, ist mir bis heute ein Rätsel. Schon nach 20 Minuten merkten wir, wie die Hitze und der Durst immer anstrengender wurden. Wir gingen zum Auto zurück und waren glücklich, nach nur 40 Minuten wieder eine Klimaanlage zu haben. Unser Autothermometer zeigte über 45 Grad an. Kein Wunder, dass wir es unerträglich fanden.

Death Valley Nationalpark

Niemand von uns genoss es so richtig, also fuhren wir nur schnell zu den Aussichtspunkten, dem Devils Golf Court und den Sanddünen und verließen den Park schon um 12 Uhr wieder.


Wir hatten eine Unterkunft in Olancha gebucht. Etwas ganz besonderes: Schlafen im Tipi. Doch als wir ankamen, sahen wir, dass wir 3 kuscheln müssten und auch unsere Koffer nirgends hinpassten. Spontan stornierten wir die Unterkunft und fuhren weiter. Ich weiß nicht mehr, wo, aber in einem kleinen Ort suchten wir uns schließlich ein neues Motel und gingen etwas essen.

In dem Restaurant unterhielten wir uns lange mit dem Inhaber. Vor allem, weil plötzlich der Strom ausfiel und er sowieso nichts machen konnte. Er erzählte uns, dass das regelmäßig passierte. Normalerweise wäre der Strom nach 30 Minuten wieder da. Und so kam es auch.

Wir machten uns einen gemütlichen Nachmittag und tauschten uns über unsere bisherigen Highlights aus. Die Jungs ahnten nicht, dass meine persönlichen Highlights alle noch vor uns lagen…


„It is by far the grandest of all the special temples of Nature I was ever permitted to enter.“

– John Muir

Irgendwo im Nirgendwo – Yosemite Nationalpark

23.09.2018


Im Stockdunkeln - daran waren wir inzwischen ja gewöhnt – ging es in Richtung Yosemite Nationalpark. Ein Ort, auf den ich mich ganz besonders freute. Schon in Dokumentationen hatte der Ort mich in seinen Bann gezogen und nun würde ich die gewaltige Natur in Wirklichkeit sehen. Ich konnte es kaum erwarten.

Unterwegs sangen wir zu Songs auf unserer Playlist, die Stimmung war ausgelassen. Noch im Dunkeln veränderte sich die Landschaft um uns herum. Von Einöde zu Wald zu Gebirge. Faszinierend, wie sich alles in so kurzer Zeit änderte.

Wir fuhren über den Tioga Road zum Yosemite Nationalpark. An der Seite sahen wir immer wieder Rotwild. Langsam wurde es heller und wir bekamen einen Vorgeschmack der unglaublichen Natur.


Unser erster Zwischenstopp war der Tenaya Lake, den scheinbar niemand Anderes zu

Tenaya Lake

bemerken schien. Wir hatten den See für uns alleine. Liefen einen Teil des Ufers entlang, machten Fotos und wateten bis zu den Knien in das kalte Wasser. Es war traumhaft schön, doch ein Weißkopfseeadler sollte diesen Moment erst perfekt machen. Wir haben im Vorfeld natürlich davon geträumt, einen Bald Eagle in Amerika zu sehen, aber so richtig daran geglaubt haben wir nicht. Mike sah ihn als Erstes, war aber zu weit weg, um Philip und mich darauf aufmerksam zu machen. Ich stand im Wasser, als ich plötzlich einen riesigen Schatten neben mir wahrnahm. Erst dachte ich an einen Fisch, aber dann sah ich nach Oben und konnte den Adler sehen. Wir beobachteten seinen Flug, bis er schließlich in den Bäumen verschwand.

Unser Glücksgefühl danach ist unbeschreiblich. Wir jubelten und redeten alle durcheinander. Ein Moment, den niemand von uns je vergessen wird.


Dennoch fuhren wir kurze Zeit später weiter, denn heute wollten wir noch viel sehen. Zum Glück war es noch früh am Morgen und die Menschenmengen waren überschaubar. Wir fuhren zum Tuolumne Grove Trailhead und wanderten den Weg hinunter bis zu den Sequoias (Mammutbäumen) und machten viele Fotos. Natürlich sortierten wir vorher unsere Koffer und verstauten alle Dinge, di auch nur ansatzweise riechen könnten, in den vorgesehenen Behälter, um Bären fernzuhalten. Ich persönlich würde mich zwar sehr freuen, mal einen zu sehen, aber er muss jetzt nicht unbedingt in unser Auto einbrechen.

Wir staunten nicht schlecht über die Größe der Bäume und auch darüber, dass man durch manche Bäume hindurchgehen konnte. Den Rückweg fanden wir nicht ganz so toll, weil es wieder ganz schön bergauf ging.


Nicht weit vom Trailhead entfernt fuhren wir nun an den wohl bekanntesten Ort des Yosemite Nationalparks. Wir fuhren durch einen Tunnel im Berg und bekamen große Augen, als die legendäre Tunnel View vor uns auftauchte.

Dort war es relativ voll und wir mussten erst einmal warten, dass jemand wegfährt, aber schließlich bekamen wir doch noch einen Parkplatz. Ich sprang heraus, lief an allen Menschen vorbei und stand schließlich direkt vorne am Aussichtspunkt. Es war genauso überwältigend, wie ich es mir Jahrelang vorgestellt hatte. Ich hatte am ganzen Körper Gänsehaut und begann vor Freude zu weinen. Welch unfassbares Glück ich hatte, diesen Anblick genießen zu dürfen. Ich hätte stundenlang bleiben können. Na ja, wenn die anderen Touristen nicht gewesen wären, aber ich verstehe gut, warum man an diesem Ort wohl niemals alleine ist.


Tunnel View Yosemite Nationalpark

Wir machten noch einige Fotos, mit uns vor der Aussicht, aber auch ohne uns, bevor wir weiterfuhren.

Vor der Ankunft in der Lodge stand für heute noch ein weiteres Highlight auf dem Programm: Der Glacier Point inklusive kurzer Wanderung.

Wir fuhren etwas 20 Minuten immer weiter bergauf. So weit oben konnte man die Spuren der schlimmen Waldbrände vor ein paar Monaten deutlich erkennen. Große Teile des Waldes von Yosemite waren abgebrannt. In der Lodge wurde mir später noch erklärt, dass das für die Bäume wichtig ist und sie in ein paar Jahren noch prächtiger aussehen werden, als zuvor, aber das war zu dem Zeitpunkt kaum vorstellbar.

Am Glacier Point angekommen, staunten wir über die veränderte Perspektive. Man sah immernoch die selben Wälder und Berge, doch die Sicht war trotzdem vollkommen anders. Besonders der Half Dome war wunderschön.

Wir machten die kurze Wanderung und schossen einige Fotos.


Perspektivwechsel im Yosemite Nationalpark

Geschafft, glücklich und vollkommen überfordert von den Eindrücken machten wir uns schließlich auf den Weg zu unserer Unterkunft, der Evergreen Lodge. Die Lodge liegt direkt vor den Toren des Nationalparks und mitten in der Natur. Für die Hütte haben wir vergleichsweise sehr viel Geld bezahlt, aber ich wollte unbedingt in der Natur und so nah wir möglich am Park schlafen.

Wir fuhren also durch den Wald und hätten die winzige Straße zum Hotel beinahe verpasst. Die Unterkunft gefiel uns auf Anhieb. Alles passte sich toll an die Natur an. Nach dem Einchecken kauften wir uns noch Bier, Wein und etwas zu knabbern und liefen zu unserer Hütte. Es war unglaublich schön. Mit Terrasse, Gemeinschaftraum, Bad und zwei Schlafzimmern. Mehr konnten wir uns nicht wünschen. Die Jungs nutzten die integrierte Alexa-Anlage, während ich mich auf Erkundungstour begab. Ich fand die Feuerstelle und buchte mir spontan einen Platz für das Stargazing am nächsten Abend. Dann quatschte ich noch ein bisschen mit den Jungs, bevor ich zum Pool ging, um unter freiem Himmel erst ein paar Bahnen zu schwimmen und dann aus dem Whirlpool heraus die Sterne zu beobachten.

Wir alle fühlten uns, wie im siebten Himmel. Schöner kann das Leben gar nicht sein.



„Yosemite Valley, to me, is always a sunrise, a glitter of green and golden wonder in a vast edifice of stone and space.

– Ansel Adams

Yosemite Nationalpark

24.09.2018


Am nächsten Morgen ging es kurz nach Sonnenaufgang los. Wir wollten als erstes zum Bridalveil Wasserfall fahren, weil ich gelesen hatte, dass der Parkplatz oft überfüllt ist. So hatten wir das Glück, komplett allein dort zu sein. Wir wanderten ein kleines Stück vom Parkplatz zum Wasserfall und mussten feststellen, dass der Wasserfall durch die Trockenheit fast komplett ausgetrocknet war. Ein Grund mehr, noch einmal in einer anderen Jahreszeit zum Yosemite Nationalpark zu fahren.

Also ging es weiter nach Yosemite Valley. Von dort aus wollten wir unsere größte Wanderung des Tages starten: Den Yosemite Valley Loop Trail. Wir haben den Half Trail genommen, um danach noch einen weiteren Stopp einlegen zu können, aber auch so war man schon über 11 Km unterwegs.

Ich hatte die Wanderung ausgesucht, da sie wohl nicht zu stark frequentiert ist. Und das war noch untertrieben. Tatsächlich haben wir auf der Wanderung von über 3 Stunden keine anderen Touristen getroffen. Dafür viel Natur, Rotwild und ein paar Holzfäller, die uns beinahe unter einem Baum begraben hätten. In Deutschland wird weitläufig abgesperrt, wenn ein Baum gefällt werden soll. Hier war das anders. Keine Zeichen, keine Absperrung. Nur ein Holzfäller, der Ausschau hielt. Wir haben zum Glück auch gehört, dass Baumarbeiten stattfanden und haben gefragt, ob wir weiterlaufen können. Sie haben dann eine kurze Pause gemacht. Der Baum fiel, sobald wir weit genug weg waren. Verrückt.

Wanderung in Yosemite

Während der Wanderung merkte ich leider, dass sich eine üble Blase zwischen meinen Zehen am rechten Fuß gebildet hatte. Sehr unangenehm und in Angesichts dessen, dass die Reise noch lange nicht vorbei war, auch wirklich blöd.

Wieder im Yosemite Valley angekommen, gingen wir in einem der Restaurants essen. Es war jetzt kein super Essen, aber das war auch nicht unser Anspruch. Wir wollten uns nur stärken und weiter nach Mariposa Grove, um endlich die RICHTIG großen Bäume zu sehen.


Angstbefreite Tiere in Yosemite

Vom Parkplatz aus nahmen wir den kostenlosen Shuttle Bus, der einen direkt zum Start des Rundweges führt. Es gibt von dort aus verschiedene, offizielle Wanderwege, aber wir sind diesmal einfach gelaufen, wie wir es wollten. Die Wege sind gut befestigt und deutlich markiert. Trotzdem sahen wir immer wieder Menschen, die die Absperrungen ignorierten und die Bäume berührten. Besonders der Grizzly Giant musste Einiges über sich ergehen lassen. Mir hat der Fallen Monarch und Bachelor & three Graces am Besten gefallen, aber auch der Tunnel Tree war beeindruckend. Wir waren etwa eineinhalb Stunden vor Ort, staunten über die Giganten und fühlten uns klein und unbedeutend.

Dann machten wir uns auf den Weg zurück zur Lodge. Wir waren alle fix und fertig. Kurz ging es nochmal in den Pool und Whirlpool. Dann machten die Jungs sich schon bettfertig und ich lief im Dunkeln zum Treffpunkt fürs Stargazing.

Es war beeindruckend. Obwohl Vollmond war und der Guide immer wieder betonte, dass man zur Zeit nicht viel sehen kann, war ich absolut beeindruckt. Schon ohne Teleskop war der Sternenhimmel wunderschön, aber mit war es einfach atemberaubend. Er zeigte uns Saturn, ein paar Konstellationen, die ich leider schon vergessen habe, erklärte uns die Basics und am Ende konnten wir uns noch den Mond von Nahem ansehen. Mit einem Strahlen im Gesicht kehrte ich zum Bungalow zurück und schlief innerhalb weniger Augenblicke ein.


„San Francisco is a world to explore. It is a place where the heart can go on a delightful adventure.“

– Wiliam Saroyan

Yosemite Nationalpark – San Francisco

25.09.2018


An diesem Tag wollten wir uns nur noch kurz im Yosemite Nationalpark aufhalten. Besonders die Jungs zog es so langsam wieder Richtung Stadt. Ich persönlich hätte ja noch Wochen in Yosemite verbringen können. Es gibt so viele Wanderungen, auf die ich noch Lust gehabt hätte.

Aber gut, man muss ja eine gute Mischung finden. Wir fuhren morgens nach Hetch Hetchy, ein eher wenig besuchtes Gebiet des Yosemite Parks, aber dennoch wunderschön. Zunächst mussten wir Serpentinen runter. Gar nichts für mich. Als Casten dann auch noch herumgealbert hat und Schlangenlinien gefahren ist, bin ich echt sauer geworden. Ich habe mich einfach unsicher gefühlt. Obwohl ich ihn darum gebeten hatte, hörte er damit nicht auf. Wir hatten einen ausgewachsenen Streit, aus dem sich Mike heraushielt. Sehr weise von ihm.

Wir parkten am O`Shaughnessy-Damm und ich lief alleine vor. Der Damm war wunderschön, aber so richtig genießen konnte es keiner von uns. Hinter dem Tunnel ging es weiter in einem Waldgebiet, wobei das Wasser immer seitlich zu sehen war. Eigentlich wunderschön.

Die unbekannte Seite von Yosemite

Nach einer Weile vertrugen wir uns wieder, genossen noch kurz den Ausblick, lasen die Informationen über den Damm und stiegen wieder ins Auto.

Wir peilten den nächsten Stop unserer Reise an: San Francisco.

Die Fahrt verging wie im Flug. Wir hörten Musik, sangen und lachten. Wie man sich einen guten Roadtrip eben vorstellt.

Ich hatte im Vorfeld genau geguckt, wie man am besten an San Francisco heranfährt, um direkt einen schönen Blick auf die Golden Gate Bridge zu haben. Wir fuhren also erst zu einem Fotospot an einem Park. Das Wetter war so lala. Neblig und kalt, aber immerhin konnte man die Brücke zum Teil erkennen. Das war nicht der Standard, wie wir noch erfahren sollten.

Der Ausblick war atemberaubend und die Jungs verfielen in eine Diskussion darüber, wer mit dem Auto über die Brücke fahren durfte.

Golden Gate Bridge

Mir war das alles vollkommen egal. Ich genoss den Ausblick und dachte an die Serie meiner Kindheit zurück: Full House.

Wir fuhren dann also über die Golden Gate Bridge, Philip als Hauptfahrer hatte gewonnen. Besonders spannend fand ich es persönlich nicht. Ich glaube, es ging in Wahrheit auch nur darum, behaupten zu können, er sei einmal über die Golden Gate Bridge gefahren.

Wir Checkten ins Hotel ein und erkundeten direkt die Gegend. Wir fanden ein günstiges Restaurant, das asiatisches Essen, aber auch unparniertes Hähnchen und Bowls servierte. Perfekt. Nach der langen Zeit mit frittiertem Essen sehnten wir uns nach etwas Anderem. Wir aßen gemütlich und machten uns dann gestärkt auf den Weg in die Stadt. Wir liefen, weil wir erst morgen ein Ticket für die Öffentlichen kaufen wollten.

Blöder Fehler. Du Jungs hassten mich. Ich habe echt unterschätzt, wie viel es in dieser Stadt doch bergauf ging. Wir liefen zu der berühmten Lombard Street, der kurvenreichsten Straße der Welt, schlugen uns weiter durch zum Coit Tower, auf den wir natürlich auch hinaufgingen, um die Aussicht zu genießen. Durch das Laufen waren wir warm geworden, aber das Wetter war schon komplett anders, als wir es bisher erlebt hatten. Es war windig und kalt.


Natürlich wollten wir an unserem ersten Tag in San Francisco auch noch die Fisherman`s Wharf sehen. Da liefen wir - wie konnte es auch anders sein - auch noch hin. Freunde gemacht hatte ich mir mit diesem Fußmarsch nicht wirklich.

Aber es war trotzdem ein toller Tag. San Francisco hat einen ganz eigenen Charme, der sogar mich als Naturliebhaber packt. Die Mischung aus alt, bunt und neu, aus Stadt und Meer hat einfach etwas Magisches an sich.

Gemeinsam mit vielen anderen Touristen beobachteten wir die Seelöwen und spazierten den Pier entlang. Wir gingen in einige Geschäfte rein und kauften auch Souvenirs. Mike musste sich einen Pullover kaufen, weil er inzwischen durchgefroren war.

Der war sehr schön und gehörte schon kurz nach Ende der Reise mir.

Zurück wollten wir dann nicht mehr laufen. Wir versuchten, einen Bus zu nehmen, der aber leider nicht kam. Im Endeffekt gönnten wir uns ein Taxi, weil wir einfach viel zu fertig waren, um uns weiter durchzuschlagen.


„My cool, grey city of love.“

– George Sterling

San Francisco

26.09.2018


Wie immer mussten wir früh aufstehen. Ich persönlich bin ein Fand davon, touristische Orte ganz früh oder ganz spät zu erkunden, um den Menschenmassen aus dem Weg zu gehen.

Aus diesem Grund fuhren wir morgens quer durch die Stadt zum Startpunkt der Alcatraz-Tour. Wir hatten die erste Tour am Morgen gebucht. Natürlich kamen wir zu früh an und vertrieben uns die Zeit im Alcatraz-Cafè. Das war recht teuer (Achtung Touristenfalle), aber uns blieb um diese Zeit nicht viel übrig.

Auf dem Weg mit dem Schiff zur Insel versuchten wir, noch einen besseren Blick auf die Golden Gate Bridge zu werfen, aber es war noch nebliger, als am Tag davor.

Wir freuten uns sehr darauf, uns Alcatraz anzusehen und haben die Tickets schon sehr lange im Voraus gekauft, um unsere Tour zu bekommen. Und wir wurden nicht enttäuscht. Wir waren die ersten Touristen, die an diesem Tag die Insel betraten und konnten uns in Ruhe umsehen. Wir erhielten eine kleine Einführung von einem Guide und konnten dann ausgestattet mit der Audiotour in unserem eigenen Tempo das ehemalige Gefängnis erkunden und uns die Hintergrundinformationen anhören, die wir interessant fanden.

Ich persönlich mag das Konzept, weil man seine Schwerpunkte individuell festlegen kann. Wir sind zu dritt über die Insel gestreift und uns vor allem mit den Zellen und den Ausbruchversuchen beschäftigt.

Wir haben uns fast 3 Stunden in Alcatraz aufgehalten, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Die Touristenmassen waren inzwischen angekommen und wir waren heilfroh, jetzt wieder zurück zu fahren.


Wir aßen unterwegs eine Kleinigkeit und liefen ein bisschen am Wasser entlang. Als nächstes wollten wir die berühmten Cable Cars ausprobieren, die wir natürlich schon oft gesehen hatten. Aus Angst davor, nicht sicher einsteigen zu können (traditionell werden die nämlich nur langsamer und halten nicht an), suchten wir uns eine Endhaltestelle zum Start unserer Tour. Dort konnten wir gemütlich einsteigen und uns die Technik des Starts ansehen. Der Fahre unterhielt sich freundlich mit uns und erklärte uns, wie wir am sichersten aussteigen. Er hat uns versprochen, extra langsam zu werden, wenn wir bei China Town aussteigen würden. Und tatsächlich klappte es problemlos, auch ohne anhalten. Erleichtert schlenderten wir durch China Town und beschlossen, auch auf dem Rückweg ein Cable Car zu nehmen und diesmal todesmutig bei fahrendem Wagen einzusteigen.

Ich war ehrlich gesagt ziemlich nervös, mein Herz pochte bis zum Hals. Wir sahen das Cable Car. Der Fahrer sah uns und wurde langsamer. Wir mussten wohl wie typische Touristen aussehen, denn er wurde wirklich sehr langsam und hielt fast an. Wir stiegen problemlos ein uns fuhren noch ein Stück mit dem Cable Car.


Mit dem Auto wollten wir weiter fahren. An sich hatten wir die für uns wichtigsten Punkte schon abgehakt. Es fehlte nur noch einer: Als Full House Fans wollten wir die berühmten schrägen Häuser sehen. Wir fuhren hin, stiegen aus und blieben noch eine Weile in dem Park gegenüber der Häuser.

Danach fuhren wir zu unserem Hotel, stellten das Auto ab und erkundeten einfach ein bisschen die Gegend. Wir schliefen Abseits der typischen Touristengegenden, wodurch wir einfach die Stadt auf uns wirken lassen konnten.

Die berühmtesten Häuser der Stadt

Wir gingen noch einmal im selben Restaurant wie am Vortag essen. Wir mussten es einfach genießen, einmal nicht das typisch fettige, frittierte Essen der Amerikaner zu essen.

Wir gingen früh ins Bett und freuten uns schon auf den nächsten Abschnitt unserer Reise: Wir wollten den Highway One bis nach Los Angeles herunerfahren. Natürlich mit dem einen oder anderen Zwischenhalt.


„Rich people are poor people with money.“

– George Orwell

San Francisco – Santa Cruz - Monterey

27.09.2018


Bevor es zum Highway One ging mussten wir noch eine große Hürde meistern: Berufsverkehr in San Francisco. Wir brauchten ewig, um aus der Stadt zu kommen und das Vorfahrtsystem mache es uns nicht gerade leichter.

Wer zuerst an der Kreuzung ankommt, darf zuerst fahren. Klingt simpel, aber wenn aus allen vier Straßen gefühlt gleichzeitig ein Auto kommt, ist es gar nicht so einfach, zu entscheiden, wer nun zuerst fahren darf.

Nach etwa 1 ½ Stunden schafften wir es endlich aus der Stadt raus und fuhren auf den Highway One.

Wir ließen die beeindruckende Strecke auf uns wirken, machten Videos mit der GoPro und genossen das stetig besser werdende Wetter. Es war zwar die ganze Zeit über neblig, aber man konnte sehen, dass es immer besser wurde.

Einen Zwischenstopp legten wir in Santa Cruz ein. Wir liefen ein bisschen auf dem Pier und am Strand entlang. Es war sehr schön und gepflegt. Durch ein generelles Rauchverbot in der gesamten Stadt waren nirgendwo Kippen zu sehen. Ich fand es sehr erfrischend.

Wir liefen etwas mehr in die Stadt rein und machten uns auf die Suche nach einem Diner für ein spätes Frühstück oder frühes Mittagessen. Wir gingen in Rosie McCann's Irish Pub and Restaurant und mussten noch etwa 15 Minuten mit unserer Bestellung warten, um uns Mittagessen zu bestellen. Das Ambiente war super und das Essen lecker.

Danach schlenderten wir zurück zum Auto und fuhren weiter nach Monterey. Auf diesen Ort freue ich mich schon seit Monaten. Monterey ist für die Walpopulation bekannt. Rund ums Jahr kann man verschiedene Walarten beobachten. Die Chancen auf gute Sichtungen sind dort sehr hoch.


Fast so groß wie ein Wal

Eine Whale watching tour stand heute aber noch nicht auf dem Programm. Wir kamen früher in Monterey an, als erwartet und beschlossen, das Aquarium zu besuchen.

Der Eintritt war teuer. Wir überlegten kurz, doch nicht hineinzugehen, aber entschieden uns dann doch dafür.

Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte. Das Aquarium war riesig und hatte neben der Artenvielfalt auch tolle Informationsecken über Plastik im Meer und Artenschutz.

Das Aquarium selbst hat wohl auch eine angrenzende Rescue Station, wo verletzte Tiere gepflegt und danach wieder ausgesetzt werden. Eine tolle Aktion!

Auch der Souvenirshop war gut ausgestattet. Vor allem gab es auch mal außergewöhnliche Dinge zu kaufen, was uns besonders gut gefiel.


„A world without dolphins and whales isn’t much of a world at all.“

– Ric O‘Barry

Monterey

28.09.2018


Mein großer Tag war gekommen: MEIN Waltag!!!

Die Jungs haben mich auf jeden Fall gehasst, denn ich war schon vor dem Wecker hellwach und bereit, loszugehen. Monterey ist bekannt für atemberaubende Walbegegnungen und man kann täglich bei einigen Whale Watching Unternehmen sehen, welche Sichtungen es an welchem Tag gab.

Am Vorabend wurden Orcas gesehen. Eine absolute Seltenheit zu dieser Jahreszeit. In Monterey sind die Chancen im Frühjahr am Besten (also nochmal im Mai hin). So oder so wusste ich, dass ich an diesem Tag ENDLICH Wale sehen würde.

Auf unserer Hochzeitsreise hatten Mike und ich zwar schon in Ostkanada eine Tour gemacht und einen Wal gesehen, allerdings konnte man den Rücken des Pottwals damals nur einen kurzen Augenblick lang sehen, wodurch die Begegnung meiner Meinung nach kaum zu zählen ist.

Wir frühstückten ausgiebig, denn wir hatten einen langen Tag auf dem Wasser vor uns. Die Tour sollte 8 Stunden dauern und konnte sich auch verlängern, wenn die Sichtungen interessant waren. Also packten wir uns auch noch Snacks ein und gingen zum Hafen.

Schnell fanden wir unser Boot und mussten noch eine ganze Weile warten, weil wir natürlich trotzdem zu früh waren. Aber auch das war kein Problem. In der Wartezeit sahen wir uns den Shop an und beobachteten Robben und Otter, die nicht weit weg plantschten.

Als es endlich so weit war, war ich unglaublich aufgeregt. Ich hatte auf besseres Wetter gehofft; es war kühl und grau, aber der Meeresbiologe sagte, es würde sich nachher noch bessern und wir können froh sein, dass die Wellen sich in Grenzen halten.

Wir fuhren los, sahen noch einige Otter und unendlich viele Robben. Nur die Wale ließen noch auf sich warten. Nach etwa 30 Minuten konnten wir dann plötzlich ganz weit entfernt einen kleinen Buckelwal sehen, der aus dem Wasser sprang und wieder aufklatschte. Wir fuhren näher heran. Ich konnte meine Augen nicht davon abwenden und die Tränen liefen mir übers Gesicht. Ich war beeindruckt davon, mit welcher Leichtigkeit sich das riesige Tier aus dem Wasser warf.

Für mich wirkte der Wal riesig. Uns wurde dann aber gesagt, dass das ein spielendes Jungtier sei. Nicht ausgewachsen. Wir staunten nicht schlecht.